Geistlicher Raum

Die Erlösung

Folgende Erzählung habe ich gehört:
Als ich gestern durch die Stadt ging, sah ich einen kleinen Jungen. Er trug einen Vogelkäfig in der Hand. Auf dem Boden des Käfigs lagen drei wilde Vögel, die vor Kälte und Angst zitterten. Ich blieb stehen und fragte: „Was hast du da?“ „Nur drei alte Vögel“, antwortete der Junge. „Was möchtest du mit den Vögeln tun?“, fragte ich ihn. „Ich werde sie nach Hause bringen und mit ihnen spielen, ich werde sie etwas ärgern, ihnen auch ein paar Federn ausreißen, damit sie mich fürchten. Ich werde dabei sehr viel Spaß haben.“ „Werden dir die Vögel nicht bald langweilig? Was wirst du dann machen?“, fragte ich. „Ich habe Katzen“, antwortete der Junge. „Sie mögen Vögel. Ich werde sie den Katzen geben.“

Für eine Weile wusste ich nicht, was ich machen sollte… Schnell fragte ich den Jungen: „Wie viel möchtest du für die Vögel haben?“ „Sie wollen die Vögel?“, fragte der Junge erstaunt. „Das sind nur alte, graue Landvögel, sie können nicht mal singen, sie sind hässlich.“ „Wie viel?“, fragte ich erneut. Er schaute mich wie einen Dummkopf an und sagte: „Alles, was du hast.“ Ich griff in meine Tasche und gab dem Jungen mein ganzes Geld. Dann nahm ich den Käfig mit den Vögeln an mich. Der Junge verschwand mit einem Lächeln im Gesicht. Ich ging auf eine Wiese, stellte den Käfig auf der Erde, öffnete ihn und animierte die Vögel zum Wegfliegen. Sie waren noch eingeschüchtert, aber nach einer Weile flogen sie davon.

Anna Firla

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Anna Firla
Pastoralreferentin

 

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