Johannesbote

MA weiblich

Mako Kusagaya
Pfarreikirchenmusikerin

Begrüßung September

Herr Diakon Sponholz hat uns in der letzten Ausgabe des Johannesboten gewünscht, dass wir  erholsame Tage, behütete Reisen, gute Begegnungen und vor allem ein Herz haben, das offen bleibt für Gottes Gegenwart. Nun ist der Sommer vielleicht noch nicht ganz vorbei, aber viele von Ihnen sind vermutlich inzwischen wieder zurückgekehrt und haben dabei möglicherweise den vertrauten Satz gedacht oder ausgesprochen: „Schön, wieder zu Hause zu sein.“  
In den vergangenen Wochen habe ich gemerkt, dass in diesem kleinen Satz viel mehr steckt, als man zunächst vermutet. Denn was ist eigentlich ein Zuhause? Diese Frage erschien mir lange ziemlich einfach. Bis ich selbst begann, Umzugskartons zu packen. Zunächst denkt man dabei sehr praktisch: Bücher in den einen Karton, Geschirr in den nächsten und die Noten natürlich besonders vorsichtig – schließlich sollen sie auch nach dem Umzug noch die richtigen Töne treffen. Doch spätestens, wenn man zum zehnten Mal dieselbe Kiste in der Hand hält, beginnt man über das Wort Zuhause nachzudenken. 
Möbel lassen sich transportieren. Erinnerungsstücke kann man einwickeln. Selbst der Lieblingsbecher erreicht mit etwas Glück unbeschadet die neue Küche.  
Aber Geborgenheit passt in keinen Karton. Vertrauen auch nicht. Und die Menschen, die einem ans Herz gewachsen sind, erst recht nicht. 
Vielleicht erkennen wir gerade dann, wenn wir etwas zurücklassen oder an einem neuen Ort beginnen, was ein Zuhause wirklich ausmacht. Es ist mehr als eine Adresse, mehr als ein Dach und mehr als der Platz, an dem die eigenen Möbel stehen. Zuhause ist dort, wo wir angenommen sind. Wo wir ankommen dürfen, ohne uns erklären zu müssen. Wo Herz und Seele zur Ruhe kommen können. 
Für mich als Christin gehört dazu noch etwas, das sich ebenfalls nicht einpacken lässt:  
Gottes Nähe. Sie zieht nicht erst mit uns ein. Sie ist schon da, bevor wir ankommen.  
Gott begleitet uns durch Vertrautes und Neues, durch sichere Zeiten ebenso wie durch Zeiten des Übergangs. Er schenkt uns eine Heimat, die nicht davon abhängt, ob gerade alle Kartons ausgepackt sind und jedes Bild schon seinen richtigen Platz gefunden hat.  
Auch unsere Gemeinschaft empfinde ich deshalb als ein Stück Zuhause. Hier feiern wir gemeinsam Gottesdienst, beten, singen und hören Gottes Wort. Hier teilen wir Freude und Sorgen, tragen einander und erfahren, dass niemand seinen Weg allein gehen muss.  
Vielleicht ist das eines der schönsten Geschenke der Kirche: Aus vielen ganz unterschiedlichen Menschen und Lebensgeschichten entsteht ein gemeinsamer Ort des Vertrauens. 
Für mich ist das Thema Zuhause zurzeit allerdings nicht nur eine geistliche Frage, sondern auch eine sehr praktische. Seit nunmehr 21 Monaten durfte ich die Dienstwohnung unserer Pfarrei bewohnen. Für diese lange Zeit der Unterstützung und für die Geborgenheit, die mir diese Wohnung gegeben hat, bin ich sehr dankbar. Nun beginnt für mich ein neuer Abschnitt. Besonders dankbar bin ich dem Kirchenvorstand dafür, dass er mir für eine weitere Übergangszeit erneut eine Wohnung im selben Haus zur Verfügung stellt. Dieses Entgegenkommen ist keineswegs selbstverständlich. Es gibt mir Zeit, meine Suche in Ruhe fortzusetzen, und nimmt mir viel Druck. Dafür möchte ich dem Kirchenvorstand von Herzen  danken. 
Ganz angekommen bin ich bei meiner Wohnungssuche allerdings noch nicht. Manche Wege brauchen eben etwas länger – und manche Türen lassen sich offenbar erst nach einem kleinen Umweg öffnen. Deshalb möchte ich heute auch eine Bitte an Sie richten: Ich suche eine Zweizimmerwohnung in Charlottenburg-Südost, möglichst rund um den Savignyplatz, oder in Schöneberg-Nordost, in der Nähe des Nollendorfplatzes. Vielleicht kennen Sie jemanden, der eine Wohnung vermieten möchte. Vielleicht hören Sie zufällig von einem passenden Angebot. Oder vielleicht fällt nach dem Gottesdienst der hoffnungsvolle Satz: „Da kenne ich doch jemanden …“. Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie an mich denken und sich bei mir melden. Und sollte Ihnen gerade keine Wohnung begegnen, freue ich mich ebenso über Ihre guten Gedanken und Ihr Gebet. Beides trägt manchmal weiter, als wir zunächst sehen können. 
Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder erfahren dürfen, was es heißt, wirklich zu Hause zu sein: bei Menschen, die Sie mit Freude empfangen, in einer Gemeinschaft, in der Sie willkommen sind, und in der Gewissheit, dass Gott auf allen Wegen mit Ihnen geht.  

Herzlich grüßt Sie 
Ihre Pfarreikirchenmusikerin
Mako Kusagaya 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns auf Ihre Beiträge für unseren Pfarreibrief. Diese können Sie uns gerne per E-Mail zukommen lassen. Bitte beachten Sie den jeweiligen Termin für den Redaktionsschluss am 10. des Vormonats.

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