Johannesbote
Joachim Sponholz
Diakon
Begrüßung Juli/August
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
mit den Monaten Juli und August beginnt für viele Menschen die eigentliche Sommerzeit. Die Tage sind erfüllt von Licht und Wärme, Schulen und Vereine machen Pause, viele fahren in den Urlaub oder verbringen mehr Zeit im Freien. Zugleich verändert sich auch das Leben unserer Gemeinde ein wenig: manches wird ruhiger, manchmal öffnen sich auch neue Räume für Begegnung, Erholung und Besinnung.
Diese Sommerzeit ist eine Einladung Gottes, dass wir wieder auf das Wesentliche hören sollen. Im Alltag verlieren wir leicht unsere innere Ruhe und Frieden zwischen Terminen, Sorgen und der Routine des Alltags. Aber Gott spricht eher selten im Lärm zu uns, sondern meist in der Stille. Vielleicht schenkt uns der Sommer Zeiten, in denen wir wieder durchatmen und ein wenig innehalten können: beim Spaziergang am Abend, im stillen Verweilen in einer geöffneten Kirche oder im Gebet unter freiem Himmel.
Das Evangelium erzählt uns immer wieder davon, dass Jesus sich mit seinen Jüngern auch an stille Orte zurückzieht. Nach Zeiten der Mühe und Arbeit sagt er zu ihnen: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus!“ (Mk 6,31). Diese Worte gelten auch uns. Christliches Leben bedeutet nicht nur Einsatz und Verantwortung, sondern ebenso das Vertrauen, dass wir uns ganz in Gottes Nähe und Ruhe begeben dürfen. – Chillen mit Gott würde man das heute wohl nennen. - Wahre Erholung ist dort, wo die Seele Frieden findet.
Vielleicht führt uns dieser Sommer auch an unbekannte Orte und in neue Kirchen. Es ist etwas Schönes, selbst fern der Heimat eine Kerze zu entzünden, die Heilige Messe mitzufeiern oder einen Augenblick still vor Gott zu werden. Gerade darin spüren wir: Die Kirche ist größer als unsere eigenen Wege. Überall sind wir verbunden im gemeinsamen Glauben an Christus.
Auch in unserer Gemeinde geht das Leben weiter – vielleicht etwas stiller, aber nicht weniger lebendig. Viele Menschen sorgen - oft im Verborgenen - dafür, dass Gottesdienste gefeiert werden können, Kranke besucht werden, Kirchen offenstehen und Gemeinschaft möglich bleibt. Ihnen allen gilt ein aufrichtiger Dank. Durch diese vielen Dienste wird sichtbar, dass Kirche ein Ort der Hoffnung und der Liebe ist.
So wünsche ich Ihnen für die kommenden Wochen Gottes reichen Segen: erholsame Tage, behütete Reisen, gute Begegnungen und vor allem ein Herz, das offen bleibt für Gottes Gegenwart.
Im Gebet verbunden
Diakon Joachim Sponholz