Geistlicher Raum
HÖREN
Jeden Morgen um 6 Uhr, wenn Berlin noch zwischen Schlaf und Wachsein schwebt, beginnt meine Gehmeditation am Rande des Mariendorfer Parks. In dieser Zwischenzeit offenbart sich mir eine besondere Wahrheit: Selbst in der frühen Stille ist diese Stadt nie wirklich still. Schon in der Morgendämmerung dringt ein vielstimmiges Orchester an Geräuschen in mein Ohr – das Rauschen der an mir vorbeifahrenden Autos, vereinzelte Schritte auf dem Gehweg, das Heulen einer entfernten Sirene, das Zwitschern erwachender Vögel zwischen den Häusern. Alle diese Klänge werben um meine Aufmerksamkeit…
Das Tasten und Hören sind die erste beiden Sinne, die ein Mensch entwickelt. Noch vor dem Schmecken von Nahrung, dem Riechen von Düften oder dem Sehen von Licht und Form – da ist schon das Hören. Bereits im Mutterleib nimmt das Ungeborene eine ganze Welt von Klängen wahr: den rhythmischen Puls des mütterlichen Herzens, das beruhigende Rauschen des Blutkreislaufs, die gedämpften Stimmen von außen…
Unser erstes Zuhause ist ein Ort des Tastens und des Hörens.
In den Worten der Bibel können wir einer wunderbaren Entdeckung begegnen: Das „Hören“ ist viel mehr als nur mit den Ohren zu empfangen – es ist eine innere Haltung, eine Zuwendung des ganzen Herzens.
Dieses Hören ist wie ein offenes Fenster für Gottes Nähe. Es bedeutet, still zu werden und wirklich zu lauschen, nicht nur auf Worte, sondern auf die leise Stimme, die uns leitet, begleitet und trägt. In der hebräischen Sprache schwingt in diesem einen Wort alles mit: es bedeutet zugleich verstehen, annehmen und daraus handeln – also ein vertrauensvolles Antworten mit dem Leben.
Vielleicht darf es auch für uns zu einem Schlüssel werden: diese tiefe, empfangende Gegenwart, die uns innerlich berührt und verwandelt.
Lassen Sie sich einladen – nicht nur zu unseren Veranstaltungen, sondern zu einer Erfahrung.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie hier Raum finden für das Hören, das im Herzen ankommt und Ruhe schenkt.
Ihr Team „Geistlicher Raum“
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