Geistlicher Raum
Gefühle
Gefühle sind die leise, manchmal auch die laute Sprache des Herzens. Sie sind
unsere Weggefährten geschenkt von dem, der uns innerlich berührt.
In den Exerzitien des Ignatius von Loyola achten wir auf die Bewegungen des Herzens. Denn in ihnen, so glauben wir, kann sich der Geist Gottes zeigen. Trost und Trostlosigkeit, Freude und Trauer, innere Weite und Beklemmung – all das sind keine zufälligen Regungen, sondern mögliche Weisen, in denen Gott uns nahe ist oder uns auf etwas aufmerksam machen möchte. Gott zeigt sich im leisen Zug des Herzens, in der Träne, die unvermutet kommt, in der Stille, die plötzlich erfüllt, in der Sehnsucht, die größer wird als jedes Wort.
Und doch: Gefühle sind nicht alles. Sie sind nicht unfehlbar. Sie kommen und gehen wie Wind und Wetter. Aber sie zu achten, sie beim Namen zu nennen, sie vor Gott zu halten – das ist ein Weg der Unterscheidung. Wer seine Gefühle wahrnimmt, ohne sich von ihnen überfluten zu lassen, lernt nach und nach, was von Gott kommt und was aus eigenen Verstrickungen oder äußeren Einflüssen entspringt.
Die Heilige Schrift kennt diese Offenheit für die Regungen des Herzens. Sie spricht vom gebrochenen Herzen, das Gott nahe ist, vom brennenden Herzen, das den Auferstandenen erkennt, vom Herzen, das weit wird im Lobpreis.
Lassen Sie sich einladen – nicht nur zu unseren Veranstaltungen. Vielmehr wünschen wir Ihnen, dass Sie hier einen Raum finden, in dem Sie Ihren Gefühlen nachspüren dürfen: Wut, Angst, Freude, Trauer oder Scham – einfach da sein lassen, was ist.
Ihr Team „Geistlicher Raum“
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