Pfarrei Maria Frieden

Chronik

Zu den vielen Dörfern, die einst weitab vom Zentrum Berlins lagen, die 1920 eingemeindet wurden und heute zum Teil eigene Stadtbezirke bilden, zählt auch das im Süden der Stadt liegende Mariendorf. Es gehört verwaltungsmäßig zum Doppelbezirk Tempelhof-Schöneberg und ist mit der U-Bahn vom Zentrum schnell zu erreichen.

Kolonisation und Dorfgemeinde

Der Ort Mariendorf wurde 1337 erstmals urkundlich erwähnt und 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. als Eigentum der Johanniter-Ritter - der Rechtsnachfolger des Templerordens seit 1317 - genannt. Eigentlich ereignete sich die Besiedlung an dieser Stelle schon in der älteren Bronzezeit, vor allem aber im 3. Jh.n. Chr, wie Ausgrabungen belegen konnten.

Der Name Mariendorf knüpft an die Marienverehrung der Templerritter an, die hier, wie auch in Marienfelde und Tempelhof (abgeleitet vom Templerhof auf dem Teltow), im Zuge der nach Osten drängenden Kolonisation im frühen 13. Jh. ein Angerdort mit einer Kirche gründeten. Als Kolonisatoren begannen die Tempelritter auf dem Teltow etwa um das Jahr 1200 Stützpunkte anzulegen, den ersten als „Tempel-Hof, wenig später auch in Mariendorf (auch Margendorf genannt) und Marienfelde.

Bau der Dorfkirche

Die frommen Kolonisten brachten die schweren Granitsteinquader von den Äckern der Mark Brandenburg in die Mitte des Dorfangers Mariendorf und fingen an, ihre Dorfkirche zu erbauen. Der Grundriss der Kirche ist über 800 Jahre unverändert geblieben. Sie gehört mit der Dorfkirche von Marienfelde zu den ältesten Dorfkirchen dieser Gegend. Eine Veränderung stellte sich ein, als Papst Clemens V. auf Anregung von König Philipp IV. den Orden der Tempelritter verbot und 1312 völlig auflösen ließ. Der Askanische Markgraf Waldemar der Große regierte damals in Brandenburg, zog auftragsgemäß das Ordensgebiet der Templer ein und übergab es auf päpstlichen Beschluss 1318 dem Orden der Johanniterritter.

Mit urkundlichem Beleg überließ 1372 der stets verschuldete Markgraf Otto der Faule den Rittern von Kummelitz die Steuererhebung und den Wagendienst in Mariendorf gegen eine größere Summe. Durch Verkauf im Jahre 1435 gelangten Mariendorf, Marienfelde und Tempelhof mit den jeweiligen Dorfkirchen an Berlin-Cölln, und bis 1831 verblieb Mariendorf im alleinigen Besitz der wohlhabenden Stadt Cölln. 1833 schließlich erwarb Leutnant von Scheel das Patronat für Mari-endorf und die Landgemeinde wechselte bis zur Gründung von Groß-Berlin 1920 wiederholt den Eigentümer.

Die einstige Angeranlage, die in Marienfelde noch gut erhalten ist, wurde in Mari-endorf jedoch von dem Mariendorfer Damm durchschnitten und im späten 19. Jh. von Wohnanlagen umbaut. Die Dorfkirche (erbaut um 1230), ein spätromanischer Granitquaderbau mit gleichbreitem Westturm, eingezogenem Chor und einer östlichen, halbkreisförmigen Apsis blieb erhalten, nur im Inneren wurden im 16. und 17. Jh. bauliche Veränderungen vorgenommen.

Neben der Dorfkirche in Alt-Mariendorf, die von der evangelischen Kirche genutzt wird, besitzt der Ort seitdem eine zweite evangelische Kirche, die Martin-Luther-Gedächtnis-Kirche in der Kaiser-, Ecke Rathausstraße, die 1935 Curt Steinberg erbaut hat. Ein drittes evangelisches Gemeindezentrum ist an der Rixdorfer Straße zu finden und im Süden an der Säntisstraße eine viertes.

Lazarettbaracke und Notkirche

Mit der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg endete der katholische Gottesdienst 1539 auch in Mariendorf und Tempelhof. 1878 fand er im Garnison-Lazarett (später: Wenckebach-Krankenhaus) erstmals nach der Reformation auch wieder in Tempelhof statt. Ab 1889 bestand mit der Weihe der Herz-Jesu-Kirche auch die Kuratie Tempelhof, wodurch die Seelsorge für die Orte Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade, Mahlow, Selchow, Blankenfelde und Zossen verbessert wurde. Mit Tempelhof entwickelte sich auch Mariendorf vom Dorf zur Vorstadt-siedlung.

1914 übernahm der Pfarrer von Tempelhof die caritative Betreuung der Marien-dorfer Katholiken, die bis 1917 auf 500 Seelen anwuchsen. 1919 waren sie sehr erfreut, dass man ihnen eine Notkapelle erbauen konnte. Der Initiator der Kapelle war der Tempelhofer Pfarrer Dr. Adolph Strehler. Der Kapellenraum bestand aus

einer ehemaligen Lazarettbaracke, die trotz einem kleinen Türmchen immer noch wie ein Schuppen aussah, in ihrem liebevoll ausgestatteten Innern aber 200 Personen fasste, für die nun regelmäßig Gottesdienste gehalten wurden. Das erste Gotteshaus war vorhanden, die Wurzeln zur Gemeindebildung waren gelegt.

An die marianische Tradition der Templeriter wurde angeknüpft, als man der im Jahre 1919 wieder erstehenden Katholischen Gemeinde den Namen Maria Fre-den" gab. Zu einer Zeit, in der unser Land unter der Kriegssituation litt, wurde die Gemeinde unter den Schutz Mariens, der Königin des Friedens gestellt. Aus dieser Pfarrgemeinde heraus waren auch die Marienfelder Katholiken zu betreuen, die in der Umgebung des Klosters Vom Guten Hirten wohnten.

Schon zu jener Zeit war das Marienpatrozinium bewusst für die Kirche gewählt, 2u-mal damit an die einstmalige Marienverehrung in Marienfelde angeknüpft werden konnte. Der Kirche wurde der Name „Maria, Königin des Friedens" verliehen. Mit diesem Namen war nicht allein an die in Mariendorf traditionelle Marienverehrung seit der Zeit der Templergründung angeknüpft worden, sondern die junge katholische Gemeinde wollte 1919 mit ihrer Namensgebung unmittelbar an die Beendigung des Ersten Weltkrieges erinnern. 1929 wurde die Kuratie zur Pfarrei erhoben.

Am 01. August 1933 fand auf demselben Grundstück in der Kaiserstraße die Grundsteinlegung zu einer aus Stein gebauten Notkirche statt. Die Benediktion erfolgte am 21. Mai 1934 durch Generalvikar Dr. Steinmann. Die Notkirche, ein bescheide-ner, in seiner Schlichtheit überaus ansprechender Bau, nach den Entwürfen des Baumeisters Martin Braunstorfinger gestaltet, wurde samt dem Pfarrhaus in die Straßenfront eingegliedert. Sechs Jahre später konnte der Bau des Pfarrhauses verwirklicht werden, in dem auch ein Gemeindesaal untergebracht wurde.

Die Chronisten verfügen über Pfarrer Zipper und sein Wirken bisher nur sehrwe-nig Informationen. Ebenso verhält es sich mit der Zeit der nationalsozialistischen Tyrannei: Beinahe unerkannt lebte und wirkte in Mariendorf und Tempelhof die katholische Widerstandskämpferin Eva-Maria Buch. Von 1930 bis 1935 wohnte sie in der Friedrich-Franz-Straße. 1942 wurde sie nach ihrer Festnahme ohne Angabe von Gründen 3 Tage lang in der elterlichen Wohnung im Hochfeilerweg festgehalten und dann 1943 in Plötzensee hingerichtet. Ihre Eltern behielten die Wohnung und blieben in der Mariendorfer Gemeinde. Im Andenken an die Widerstandskämpferin trägt eine Bibliothek im Bezirk seit den 90er Jahren ihren Namen. (Eva-Maria Buch, im hinteren Teil der Festschrift)

Der 2. Weltkrieg hat die Notkirche zum Teil beschädigt, aber nicht zerstört. 1947 wurde die Kirche renoviert.

Uber Pfarrer Zippers seelsorglichen und caritativen Einsatz in der Nachkriegszeit ist im Rahmen des heutigen Hörensagens - wie auch schon für die Jahre von 1939 bis 1945 - nicht mehr viel bekannt. Gegenwärtige Zeitzeugen wussten jedoch noch etwas zu berichten: So konnte er im gymnasialen Religionsunterricht bei weltanschaulicher Provokation durch Schüler mittels energischen Eingreifens die Ordnung im Klassenzimmer solide bewahren. In der Öffentlichkeit der Straßen Mariendorfs kannte man ihn als den ausdauernden Radfahrer, wenn es beispielsweise darum ging, Neuzugezogene - manchmal schon am Tag ihres Eintreffens - zu begrüßen oder Gemeindemitgliedern in Seelennöten beizustehen. Weitere Informationen lassen sich authentisch in der von ihm selbst handschriftlich erstellten Pfarr-Chronik finden.

Die Kindertagesstätte mit gendheim wurde nach langer Bauzeit am 10. Februar 1962 eingeweiht.

Am 04 März 1962 überahm Pfarrer Alfred Fiebig die Pfarrgemeinde Maria Frieden in einem festichen Gotesdienst unter groBer Telinahme der Gereinde und vieler Gäste.

Die Gemeinde wuchs in den vergangenen Jahren stark. Verschiedene neue Wohngebiete und Einzelbauten wurden erstellt. Viele junge Familien mit Kindern zogen zu.

Am 23.12.1964 feierte Pfarrer Fiebig sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Aus Anlass dazu fand eine religiöse Woche zum Thema „Priestertum" statt. Das feierliche Levitenamt, bei der der Kirchenchor die Krönungsmesse von Mozart sang, war der Höhepunkt der Feier.

Etwa 4.000 Mitglieder zählte die Gemeinde. Etwa 1.300 Gottesdienstbesucher nahmen sonntags am Gottesdienst teil. Die Raumnot in der kleinen Kirche wurde immer größer. Nach dem Erwerb des Grundstücks im Anschluss an das Pfarrgrundstück begann am 10. April 1967, nach den Entwürfen von Architekt Günter Maiwald, der Kirchbau auf dem Pfarrgrundstück in der Kaiserstraße. Die feierliche Grundsteinlegung nahm Domkapitular Erich Klausener am 25.06.1967 vor, das Richtfest folgte am 12.07.1968. Die Weihe unserer drei Bronzeglocken erfolgte am 08. September 1968

unter großer Beteiligung der Gemeinde durch Domkapitular Greve. Am 12. September ertönte erstmals das volle Geläut zur großen Freude der Gemeinde. Im Jahr 1969 wurde der Kirchbau vollendet. Die Gemeinde beging nun voll Freude am 20. April das Fest der Kirchweihe, die Kardinal Bengsch vornahm. Dieses Fest der Kirchweihe ist in der Geschichte unserer Pfarrei ein Höhepunkt, da nach langem Warten in einer viel zu kleinen Kirche dieser Tag herbeigesehnt wurde. Nun freute sich die Gemeinde über ein formschönes, modernes Gotteshaus mit 335 Sitzplätzen. Die kostbaren Fenster, die dem Kirchraum Farbe und Licht geben, wurden vom Kunstmaler Ohn-sorge, Berlin entworfen. Der Altar aus weißem, griechischem Marmor, der Tabernakel und die Seitenflächen des Ambo aus Aluminium wurden von dem Bildhauer Paul Brandenburg, Berlin gestaltet. Der auch heute noch zeitgemäße Kreuzweg wurde aus der alten Kirche übernommen. Die 14 Tafeln des Kreuzweges enthalten aus

Kunststein gegossene Reliefs, die in ihrer illustrativen Schlichtheit und Klarheit monumental wirken. Die Kirche bekam einen neuen Taufstein. Der alte Taufstein steht im Aufgang von Unter- zu Oberkiche. Die Kirchenbänke sind aus Teakholz, und für den Fußboden wurde Naturstein aus Italien verlegt. Da bereits eine Orgel vorhanden war, wurde diese vorerst mit einigen Veränderungen übernommen.

Im Juli 1970 spendeten die Gemeindemitglieder für die Seitenkapelle eine Ma-rienstatue, geschaffen aus Bronze von Professor Gailis von der Kunsthochschule Berlin. Die Statue stellt Maria als Mittlerin des Friedens da, die auf das himmlische Jerusalem, Sinnbild ewigen Friedens hinweist.

Im September erhielt die Kirche neue, aus Aluminium gegossene Kirchenportal-platten, die von dem Künstler Paul Corazolla gestaltet wurden. Das Thema dieser Platten ist gegeben durch den Titel der Pfarrei: „Maria Frieden". Am 30.04.1972 ist auch die Darstellung des hl. Antonius von Padua aus Bronze fertiggestellt worden, ebenfalls gestaltet von Professor Gailis.

Jedoch erst 1973 wurde das zur Kirche gehörige Gemeindezentrum eingeweiht. 1978 zählte inzwischen die Gemeinde 5.500 Seelen. In dem großen Pfarrgebiet liegen drei städtische Altersheime, zwei private Pflegeheime, der Rosenhof und das Dibeliusstift, in dem sonntags alle 14 Tage ein katholischer Gottesdienst stattfand.

Außerdem betreute die Gemeinde schon damals das Rot-Kreuz-Krankenhaus an der Britzer Straße.

Mehrere Schulen, die von der Gemeinde mit Religionsunterricht versorgt wurden, liegen noch heute im Pfarrgebiet. Die Gemeinde selbst unterhält seit damals eine Kindertagesstätte mit Kindergarten und Hort, dazu kam später noch ein Miniclub.

Das Wirken der Gnade Gottes vollzog sich unsichtbar. Man erfuhr es als Gemeinde unter anderem durch die lebendige Gestaltung der Eucharistiefeiern. Hier waren es besonders die vielen Ministranten und Lektoren, der 1969 neu gegründete Kirchenchor, der unter der Leitung von Herrn Michael Streckenbach mit Begeisterung und großer Opferbereitschaft zur Gestaltung des Gottesdienstes immer wieder beitrug. Messen alter und neuer Meister mit Orchesterbegleitung und Solisten kamen zur Aufführung.

Ebenso große Freude bereitete der Kinder- und Jugendchor mit der Instrumental-gruppe noch unter der Leitung von Herrn Erich Exner. Zum 60. Jahrestag am 30.09.1979 erhielt die Kirche eine 3-manualige Orgel mit insgesamt 34 Registern und Rückpositiv von der Firma Klais aus Bonn. Ebenfalls im Jahre 1979 bekam Pfarrer Fiebig den Titel „Geistlicher Rat" verliehen.

Ihm lagen seine Ministranten sehr am Herzen, so dass er während der Sommerferien viele Ministrantenfahrten nach Italien z.B. Rom oder Malchesine am Gardasee unternahm. Meistens war dabei ein Abstecher zu einem Kloster in Bozen möglich. Die Ministranten dankten es ihm durch ihre vielen Dienste am Altar und im Gemeindeleben. Sie gaben ihm auch den Spitznamen „Don Alfredo", den er sehr mochte.

Schon in der Zeit von Pfarrer Fiebig bereiteten die von ihm beauftragten Laien (z.B. Fr. Masur oder Fr. Konieczny) öfter die sonntäglichen Kindergottesdienste vor.

Als eine Institution entstand daraus der Kinderliturgie-Kreis. In dieser Zeit begann in den Heiligen Messen auch die Assistenz von Laien als Kommunionhelfer, deren Aufgabenbereich später in den Dienst der Gottesdienstbeauftragten erweitert wurde. Am 01.01.1988 ging Pfarrer Fiebig in den Ruhestand, blieb uns aber bis zu seinem Tod im Dezember 1994 als Altpfarrer erhalten. Nachfolger wurde am 01.06.1988 Pfarrer Carl-Heinz Mertz, der bereits seit 01.02.1987 als Kaplan und seit 01.01.1988 als Pfarradministrator bei uns war.

Die ökumenische Zusammenarbeit mit den drei evangelischen Nachbargemeinden wird seit damals durch unterschiedliche Akzente getragen und lebt bis heute durch vielfältige, langjährige Kontakte.

In einem bedeutenden Spaziergangsführer durch den Bezirk berichtete der Autor K.-D. Wille über die Kirche, die als Treff- und Ausgangspunkt der Fronleichnamsprozessionen durch Mariendorf (meist im Volkspark) bekannt ist. Ahnungsvoll und mit zukünftiger Perspektive wies er schon 1985 auf die „alljährlichen Wallfahrten" hin.

Wallfahrtskirche und pastoraler Raum

Am 07. Januar 1988 bekam Maria Frieden von damaligen Berliner Kardinal Meisner das Gemälde „Madonna vor Stacheldraht" als Leihgabe, und Maria Frieden wurde zur Wallfahrtskirche erhoben. Das Madonnenbild (von Otto Dix, 1945) fand seinen Platz in der Marienkapelle. Seit dem ersten, sehr feierlichen Wallfahrtsgottesdienst fand und findet immer am ersten Donnerstag im Monat ein Wallfahrtsgottes-dienst mit wechselnden Geistlichen als Wallfahrtsleiter statt.

Anliegen der Monatswallfahrten war und ist das Beten für die Einheit des Berliner Erzbistums und das Gebet um geistiche Berufungen. Nach wie vor kommen monatlich viele Wallfahrer aus der ganzen Stadt und darüber hinaus zum Gebet zusammen.

Pfarrer Mertz übernahm von Pfarrer Fiebig eine strukturierte und lebendige Ge-meinde. Er legte sehr viel Wert auf die Liturgie und feierte viele Messen mit dem Kirchenchor, der ihm sehr am Herzen lag. Pfarrer Mertz war auch als Religionslehrer in unserem Pfarrgebiet tätig. Mit ihm wurde der gute Kontakt zu den evangelischen Nachbargemeinden gefestigt. In seiner Zeit wurde die Okumene in Maria Frieden so weit ausgebaut, dass die gemeinsamen Chorkonzerte mit der Kantorei der Martin-Luther-Gedächtnis-Kirche meist unter der Leitung des Kirchenmusikers Michael Streckenbach ihren festen Platz in der Ökumenischen Kooperation einnahmen. In dieser Zeit wurden auch Fastenvorträge mit der evangelischen Nachbargemeinde durchgeführt und die Kooperation zur ökumenischen Bibel-woche eingeführt.

Er war auch ein begeisterter Wallfahrer, so dass mit ihm Wallfahrten zum Beispiel auch nach Norwegen stattfanden. Am 01.09.1992 wurde Pfarrer Mertz Dekan von Tempelhof und am 01.02.2002 Dekan von Schöneberg-Tempelhof.

Erzbischof Kardinal Georg Sterzinsky versetzte Pfarrer Mertz am 01.11.2005 von Maria Frieden in das Dekanat Steglitz-Zehlendorf zum Pfarrverband Herz-Jesu/ St. Otto. Ebenfalls am 01.11.2005 wurde Pfarrer Mathias Laminski neuer Pfarrer in Maria Frieden. Er hatte die Pfarrei bereits von 1995 bis 1998 als Kaplan kennen gelernt.

Pfarrer Laminski sorgte bereits zu seiner Zeit als Kaplan in der Pfarrei dafür, dass ein bis heute guter Kontakt zur Fazenda Gut Neuhof entstand. Die Fazenda ist ein Projekt von ehemaligen Drogensüchtigen, welche dort auf dem Gut leben und ar-beiten. Pfarrer Laminski war, bevor er Pfarrer in Maria Frieden wurde, in Brasilien ais Geistlicher tätig und baute dort die Fazenda da Esperança mit auf. Als er dann ber uns Pfarrer wurde, berichtete er über das viele Leid der Bewohner, aber auch über viel Freude, wenn zum Beispiel wieder ein Haus fertig gestellt war. Diese Arbeit bestärkte ihn, den Kontakt der Gemeinde zum Gut Neuhof weiter zu intensivieren.

Zusammen mit dem Gemeindereferenten Bruder Norbert Verse legt Pfarrer Laminski viel Wert auf die Kinder- und Jugendarbeit, und so bekamen wir wieder regelmäßige Jugendmessen (wie sie von 1997-1998 bereits stattfanden), die immer am ersten Sonntag im Monat um 18.30 Uhr mit Livebands stattfanden.

Seit 2005 wird die Wallfahrtskirche als pastoraler und liturgischer Schwerpunkt der Kirchengemeinde ausgebaut. Die Schar der Ministranten nimmt weiter stetig zu. Im Herbst finden jedes Jahr Ministrantenfahrten z.B. nach Italien, Polen und Kroatien mit reger Beteiligung statt.

Zur Vorbereitung auf die vier kleinen Jubiläen 08/09 ging im April 2008 eine Gemeindewallfahrt nach Assisi und Rom.

Ein Jahr nach dem Weggang des bislang letzten Kaplans Jürgen Knobel konnte Pfarrer Mathias Laminski den pensionsbereiten Pfarrer Franz Brügger überzeugen, seinen Ruhestand in Maria Frieden zu verbringen.

Die finanzielle Lage des Erzbistums Berlin und einhergehende Sparmaßnahmen ging leider auch an Maria Frieden nicht spurlos vorbei. Dank vieler Gemeindemitglieder, welche die Gemeinde durch Spenden an die Vereine „Gemeinschaft von Freunden" und „Förderkreis Maria Frieden" unterstützen, konnten einige Übel abgewendet oder gemildert werden. So blieb uns z.B. unser Kirchenmusiker Michael Streckenbach erhalten. Das Erzbischöfliche Ordinariat wollte auch im Dekanat Tempelhof-Schöneberg eine Schwerpunktpfarrei für die 6 Pfarrgemeinden einrichten. Weil aber dann eine Gemeindearbeit wie bisher nicht mehr möglich gewesen wäre, entschied sich der Dekanatskonvent für drei pastorale Bereiche: den Süden mit der Pfarrei Salvator in Lichtenrade im Pfarrverbund mit Vom guten Hirten / St. Alfons, den Bereich Nord mit den Pfarreien St. Matthias und St. Norbert, den Bereich Mitte in Kooperation von Maria Frieden mit Herz-Jesu / Judas Thaddäus.

Die pastoralen Schwerpunkte für Maria Frieden sind Liturgie (Wallfahrt, Kirchenmusik, Jugendmesse), Missionsarbeit (in Mariendorf, Projektarbeit in Brasilien und Kongo) und die Kinder- und Jugendarbeit (Stärkung der bestehenden Arbeit der Kinder- und Jugendgruppen, Ministrantenarbeit, Kinder- und Jugendchor).

Seit dem Frühjahr 2003 bietet die Gemeinde einen Internetauftritt an, der aktuell unter der Adresse www.maria-frieden-berlin.de zu erreichen ist.

Verbände und Organisationen

Neben der dauerhaft mitwirkenden Kolpingsfamilie konnten wir etappenweise auch den Einsatz von „Cursillo", der „action 365" und die „kfd" (Katholische Frauen-gemeinschaft Deutschlands) verzeichnen.

Während der Wiederaufbauphase nach dem Krieg waren in der Gemeinde Maria Frieden wie auch im ganzen Dekanat Tempelhof Mitglieder des Jugendverbandes ND (Neudeutschland) beheimatet. Wirklich Fuß fassen konnten allerdings erst die Kinder- und Jugendverbände Frohschar der Mädchen und die Katholische Jung-männergemeinschaft (KJG), die sich später zur Katholischen Jungen Gemeinde zusammenschlossen. Die organisierte Jugendarbeit der Gemeinde wurde von ihnen getragen. Im Jahr 1973 kam die Kolpingjugend hinzu. In dieser Etappe gaben zwei ganz unterschiedliche Jugendverbände zur gleichen Zeit Impulse in die Jugendarbeit. Einige Jahre später erlosch die Tätigkeit beider Verbände in unserer Pfarrei. Allerdings konnte auch wieder ein Neuanfang gefeiert werden: Im Herbst 2007 gründete sich mit zwei Gruppenleitern und 7 Kindern erneut die Kolpingjugend, die damit die Palette der zahlreichen Kinder- und Jugendgruppen ergänzt.